Diese Punkte lassen sich am Datenblatt oder in der Produktbeschreibung nachprüfen — unabhängig davon, welches Produkt Du am Ende wählst.
CADR mit Prüfnorm suchen — nicht nur die Zahl
Worauf achten: Steht neben dem CADR-Wert eine benannte Norm und ein Prüfinstitut? Philips nennt GB/T 18801-2022, Xiaomi GB/T 18801-2015 samt Prüfbericht, Levoit nennt die Zahl ohne Norm, Comedes nennt gar keine CADR.
Warum: Eine CADR ohne Prüfnorm ist eine Hausnummer des Marketings. Erst die genannte Norm macht plausibel, dass zwei Zahlen verschiedener Hersteller überhaupt dasselbe messen.
Luftdurchsatz nicht mit CADR verwechseln
Worauf achten: Im Datenblatt nach dem genauen Wort suchen: „Luftdurchsatz“, „Luftleistung“ oder „air flow“ ist die bewegte Luftmenge — „CADR“ ist die Menge gefilterter Luft. Steht nur Ersteres, fehlt die Reinigungsleistung.
Warum: Der Luftdurchsatz ist immer die größere und damit werbewirksamere Zahl. Wer sie für CADR hält, hält ein Gerät für stärker, als der Hersteller selbst behauptet — im Vergleichsfeld betrifft das den Comedes Lavaero 1200 mit seinen 600 m³/h.
Raumgrößenangabe auf ihre Luftwechsel-Basis prüfen
Worauf achten: Im Kleingedruckten steht, auf wie vielen Luftwechseln pro Stunde die Quadratmeterzahl beruht (meist 2 ACH bei 2,4 m Deckenhöhe) — und ob daneben eine zweite, kleinere Fläche nach GB/T 18801-2015 steht.
Warum: Xiaomi gibt für dasselbe Gerät 104 m² und 35–60 m² an, je nach Rechenweg. Wer die große Zahl mit der kleinen eines anderen Herstellers vergleicht, vergleicht Rechenmethoden statt Geräte.
dB-Angabe dem Betriebsmodus zuordnen
Worauf achten: Bezieht sich der Dezibelwert auf den Schlaf-/Nachtmodus oder auf die höchste Stufe? Und nennt der Hersteller dazu, welche CADR im leisen Modus noch übrig bleibt?
Warum: Levoit gibt für den Core 400S 24 dB im Schlafmodus an und dazu ehrlich eine auf 100 m³/h gefallene CADR — der leise Wert beschreibt also ein Gerät, das kaum arbeitet. Ohne diese Zuordnung kauft man Ruhe, die es nur bei abgeschalteter Leistung gibt.
Filterpreis und Wechselintervall zusammen nachschlagen
Worauf achten: Preis des Original-Ersatzfilters im Herstellershop und das empfohlene Wechselintervall aus der Produktbeschreibung — beide Angaben stehen fast nie auf derselben Seite.
Warum: Erst das Verhältnis ergibt die Jahreskosten. Ein 31,99-Euro-Filter alle sechs bis acht Monate ist teurer als ein 59,99-Euro-Filter alle zwölf Monate, und im Extremfall (Dyson: bis zu fünf Jahre) verschiebt sich die Rechnung noch einmal völlig.
Filterbezeichnung wörtlich lesen
Worauf achten: Nennt der Hersteller eine Filterklasse nach EN 1822 (etwa H13), oder nur Wortmarken wie „True HEPA“, „NanoProtect HEPA“ oder „High Efficiency Filter“? Xiaomi grenzt sein Filtermedium auf der eigenen Seite ausdrücklich vom herkömmlichen HEPA-Filter ab.
Warum: Nur die Klassenangabe nach Norm ist nachprüfbar; alles andere ist eine Produktbezeichnung. Für den Alltag ist das kein K.-o.-Kriterium — für den Vergleich zweier Datenblätter aber der Unterschied zwischen einer Angabe und einem Namen.