| Verstellbarkeit der Armlehnen | 22/100 | fest = 0 · höhenverstellbar (1D) = 4 · höhen- und breitenverstellbar (2D) = 6 · 3D (Höhe, Breite, Tiefe) = 8 · 4D (Höhe, Breite, Tiefe, Schwenk) = 10 Punkte | Die Armlehnen sind die einzige Einstellung, die Schultern und Nacken direkt betrifft: Stehen sie zu hoch, zieht man die Schultern dauerhaft hoch, stehen sie zu weit außen, fehlt die Auflage komplett. Feste Armlehnen passen nur zufällig zur Körpergröße und zur Tischhöhe — und sie sind der häufigste Grund, warum ein sonst gut ausgestatteter Stuhl unter der Tischplatte hängen bleibt. Jede zusätzliche Verstellachse (Höhe, Breite, Tiefe, Schwenkwinkel) ist eine Anpassung, die man sonst mit der Sitzhaltung ausgleichen muss. |
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| Herstellergarantie | 20/100 | Skala 2–10 Jahre, mehr ist besser | Die Garantiedauer trennt die Preisklassen sichtbarer als jede Materialbeschreibung: Zwei Jahre sind nichts weiter als die gesetzliche Gewährleistung, fünf bis dreißig Jahre sind eine freiwillige Zusage des Herstellers auf Mechanik, Gasfeder und Gestell. Wer einen Stuhl acht Stunden am Tag belastet, merkt genau dort den Unterschied — an der Mechanik, die ausschlägt, und der Gasfeder, die absackt. Ab zehn Jahren gibt es hier die volle Punktzahl, längere Zusagen (etwa 30 Jahre) werden auf dem Maximum gedeckelt; maßgeblich sind immer die Garantiebedingungen, nicht die Werbezahl. |
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| Sitztiefe verstellbar | 15/100 | Ja = 10 Punkte, Nein = 0 Punkte | Menschen unterscheiden sich in der Oberschenkellänge stärker als in der Körpergröße — eine feste Sitzfläche passt deshalb selbst dann nicht, wenn die Sitzhöhe stimmt. Ist die Sitzfläche zu tief, drückt die Vorderkante in die Kniekehle, ist sie zu kurz, hängen die Oberschenkel in der Luft. Gewertet wird nur eine ausdrücklich als verstellbar (Schiebesitz oder Sitztiefenverstellung) beschriebene Sitzfläche, nicht eine bloß angegebene Sitztiefe in Zentimetern. |
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| Genannte Prüfnormen und Siegel | 15/100 | BIFMA/SGS/TÜV ohne Normangabe = 4 · EN 1335 = 6 · EN 1335 + BIFMA = 7 · EN 1335 + GS + AGR = 10 Punkte | Prüfnormen sind in dieser Kategorie der belegbarste Qualitätsanker, weil sie das Einzige sind, was nicht der Hersteller selbst definiert: DIN EN 1335 regelt Maße, Sicherheit und Dauerhaltbarkeit von Büro-Arbeitsstühlen, das GS-Zeichen bestätigt die Prüfung durch eine unabhängige Stelle, das AGR-Gütesiegel wird von einem externen Expertengremium vergeben. Wer nur „ergonomisch“ oder „getestet“ schreibt, ohne eine Norm zu nennen, sagt damit nichts Nachprüfbares. Nennt ein Hersteller auf der Produktseite gar keine Norm, steht hier „k. A.“ — das ist kein Beweis, dass der Stuhl ungeprüft wäre, aber eben auch kein Beleg. |
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| Lordosenstütze verstellbar | 13/100 | Ja = 10 Punkte, Nein = 0 Punkte | Fast jeder Bürostuhl hat irgendeine Wölbung im unteren Rückenbereich — entscheidend ist, ob sie sich auf die eigene Rückenform einstellen lässt. Sitzt die Wölbung fest an der falschen Stelle, drückt sie dort, wo sie stützen soll. Gewertet wird nur eine vom Hersteller ausdrücklich als verstellbar beschriebene Lordosenstütze; Formulierungen wie „flexibel“ oder „selbstanpassend“ zählen hier nicht als Verstellbarkeit. |
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| Maximale Belastbarkeit | 10/100 | Skala 100–150 kg, mehr ist besser | Die Freigabe bis X Kilogramm ist keine Komfortangabe, sondern die Grenze, bis zu der der Hersteller Gasfeder, Mechanik und Fußkreuz geprüft hat — darüber endet auch die Garantie. Ein höherer Wert bedeutet zudem meist stabilere Bauteile, die bei täglicher Nutzung länger spielfrei bleiben. Wer nahe an der angegebenen Grenze liegt, sollte den nächstgrößeren Stuhl nehmen, nicht den knapp passenden. |
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| Niedrigste Sitzhöhe | 5/100 | Skala 40–50 cm, weniger ist besser | Die niedrigste einstellbare Sitzhöhe entscheidet, ob kleinere Menschen die Füße flach auf den Boden bekommen — bei 49 cm Startwert ist ein Stuhl für 1,60 m Körpergröße ohne Fußstütze praktisch unbrauchbar. Das Gewicht ist hier bewusst klein: Nur die Hälfte der Hersteller im Feld nennt überhaupt einen Zentimeterwert, die anderen beschreiben die Verstellung nur als „stufenlos“ oder geben Millimeter für Konfigurationsvarianten an. Ein Kriterium, das drei von sechs Produkten nicht beantworten, darf die Rangfolge nicht bestimmen. |
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| Mechanik | 0/100 | Wippmechanik = 4 · Similarmechanik = 9 · Synchronmechanik = 9 Punkte | Die Mechanik ist fachlich der wichtigste Unterschied zwischen einem Drehstuhl und einem Büro-Arbeitsstuhl: Eine reine Wippmechanik kippt Sitz und Lehne starr gemeinsam nach hinten, eine Synchronmechanik bewegt die Lehne stärker als den Sitz und hält den Rücken dabei in Kontakt. Trotzdem steht dieses Kriterium hier mit Gewicht 0 — es zählt also nicht in die Rechnung: Jeder Stuhl im Vergleichsfeld wird vom Hersteller als synchron (bzw. körpersynchron) beschrieben, das Kriterium würde allen dieselbe Punktzahl geben und die Rangfolge nur verwässern. Es bleibt als Information sichtbar, weil es außerhalb dieses Felds sehr wohl trennt — besonders bei Stühlen unter 150 Euro. |
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