| Format-Ökosystem | 28/100 | geschlossen — EPUB nur nach Umwandlung = 3 · offen — EPUB und Adobe-DRM direkt = 8 · offen plus Android-Apps = 10 Punkte | Das ist die einzige Eigenschaft, die man nach dem Kauf gar nicht mehr ändern kann, und sie steht in keiner Werbeanzeige: Amazon führt EPUB in der Formatliste des Kindle ausdrücklich unter „nach Konvertierung“ — ein EPUB aus einem fremden Shop muss also erst umgewandelt werden, und bei einer kopiergeschützten Datei geht das gar nicht. tolino und PocketBook nennen EPUB dagegen als natives Format, PocketBook zusätzlich ACSM und EPUB (DRM), also die Dateitypen des Adobe-Kopierschutzes, mit dem Buchhandel und öffentliche Bibliotheken arbeiten. Wer diese Spalte ignoriert und später wechseln will, nimmt seine gekauften Bücher nicht mit: Nicht das Gerät ist der Kauf, sondern das Ökosystem. Deshalb trägt dieses Kriterium das höchste Gewicht — mit dem ehrlichen Zusatz, dass die Punktzahl für jemanden mit vorhandener Kindle-Bibliothek genau umgekehrt zu lesen ist. |
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| Wasserschutz (IP-Klasse) | 14/100 | nicht angegeben = 0 · IPX4 = 5 · IPX8 = 10 Punkte | E-Book-Reader werden in der Badewanne, am Pool und am Strand benutzt — das ist der häufigste Todesfall dieser Geräteklasse, und ein Wasserschaden ist kein Garantiefall. Die IP-Klasse ist dabei kein Etikett, sondern eine Prüfbedingung: IPX8 bedeutet bei den Geräten in diesem Feld übereinstimmend „bis zu 60 Minuten in zwei Meter tiefem Süßwasser“, IPX4 nur Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen — PocketBook selbst zeigt den Unterschied im eigenen Programm, die Era ist mit IPX8 angegeben, die Era Lite mit IPX4. „Nicht angegeben“ heißt in unserer Tabelle: Die Ausstattungsliste des Herstellers nennt überhaupt keinen Wasserschutz, und das werten wir als 0 Punkte — bei einem Merkmal, mit dem jeder Hersteller wirbt, der es hat, ist das Schweigen die Aussage. |
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| Displaygröße | 12/100 | Skala 6–10,3 Zoll, mehr ist besser | Die Bildschirmdiagonale entscheidet, wie viel Text auf eine Seite passt und wie oft man umblättert — bei sechs Zoll spürbar öfter als bei sieben, und bei Sachbüchern mit Tabellen oder bei PDF wird der Unterschied zum Ausschlusskriterium. Unsere Skala reicht bis 10,3 Zoll, weil der Markt bis dorthin geht (Schreibgeräte wie Kindle Scribe oder große Boox-Modelle); die Geräte in diesem Feld liegen alle im unteren Teil der Skala und bekommen entsprechend wenige Punkte. Größer ist dabei nicht in jeder Hinsicht besser: Ein Sechs-Zoll-Gerät passt in die Jackentasche und wiegt weniger — wer einhändig im Bett liest, wählt bewusst klein und akzeptiert die Punkte, die unsere Formel dafür abzieht. |
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| Interner Speicher | 12/100 | Skala 8–64 GB, mehr ist besser | Für reine Romane ist Speicher praktisch nie der Engpass — tolino beziffert für 16 GB „bis zu 12.000 eBooks“, das füllt kein Leserleben. Eng wird es bei Hörbüchern, Comics und bebilderten PDF: Dieselben 16 GB reichen laut tolino nur für rund 75 Hörbücher. Weil sich der interne Speicher bei keinem der Geräte im Feld erweitern lässt, außer über einen microSD-Steckplatz, wo der Hersteller ihn nennt, ist das eine Entscheidung für die gesamte Lebensdauer — deshalb wertet die Spalte mit, aber sie trägt nicht das Gewicht des Ökosystems. |
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| Gewicht | 12/100 | Skala 150–400 g, weniger ist besser | Ein E-Book-Reader wird über Stunden in einer Hand gehalten, oft über Kopf im Liegen — 70 Gramm Unterschied, wie sie in diesem Feld zwischen dem leichtesten und dem schwersten Gerät liegen, sind dabei deutlich spürbarer, als die Zahl vermuten lässt. Die Skala reicht bis 400 Gramm, weil dort die großen Schreibgeräte der Kategorie liegen. Zu beachten: Herstellerangaben gelten für das nackte Gerät, eine Schutzhülle addiert je nach Bauart nochmals 80 bis 150 Gramm — wer mit Hülle liest, sollte das Gewicht der Hülle beim Kauf mitrechnen, statt sich auf den Datenblattwert zu verlassen. |
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| Einstellbare Farbtemperatur | 12/100 | Ja = 10 Punkte, Nein = 0 Punkte | Die einstellbare Farbtemperatur regelt, ob die Frontbeleuchtung kaltweiß oder warm-bernsteinfarben leuchtet — das ist die Ausstattung, die abends am Bildschirm den größten Unterschied macht, und sie lässt sich nicht nachrüsten. Hersteller benennen sie unterschiedlich: Amazon spricht von „verstellbarer Farbtemperatur“, tolino von „smartLight“, PocketBook von „SMARTlight“, Boox von umschaltbarem warmem Licht. Gemeint ist dieselbe Sache — eine zweite, warme LED-Reihe. „Nein“ steht in unserer Tabelle nur dort, wo der Hersteller in der Ausstattungsliste des Geräts kein solches Merkmal nennt, während er es bei seinen teureren Modellen ausdrücklich aufführt. |
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| Physische Blättertasten | 10/100 | Ja = 10 Punkte, Nein = 0 Punkte | Physische Tasten erlauben das Umblättern, ohne die Hand zu bewegen oder den Bildschirm zu berühren — das ist der Unterschied zwischen einhändigem Lesen im Liegen und ständigem Umgreifen, und es hilft bei nassen oder kalten Fingern, wo ein kapazitiver Touchscreen unzuverlässig wird. Wer viel mit Handschuhen liest oder eine eingeschränkte Feinmotorik hat, für den ist das kein Komfort-, sondern ein Bedienbarkeitskriterium. Wir werten nur, was der Hersteller in der Ausstattungsliste nennt, nicht das Wort „ergonomisch“ aus dem Werbetext. |
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| Auflösung Schwarzweiß | 0/100 | Skala 150–300 ppi, mehr ist besser | Die Pixeldichte bestimmt, wie glatt die Schrift wirkt — und genau deshalb geht sie hier mit 0 Punkten in die Wertung ein: Alle sechs Geräte im Feld nennen für Schwarzweiß 300 ppi. Eine Spalte, in der jeder denselben Wert hat, verteilt Punkte, statt etwas zu trennen. Wichtig bleibt die Angabe trotzdem, und zwar in zwei Fällen: beim Gebrauchtkauf älterer Geräte, die oft nur 167 oder 212 ppi haben, und bei Farbdisplays — die Kaleido-3-Geräte lösen Farbinhalte nur mit 150 ppi auf, während Schwarzweiß bei 300 ppi bleibt. In dieser Spalte steht deshalb ausschließlich der Schwarzweiß-Wert. |
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| Akkulaufzeit (Herstellerangabe) | 0/100 | Skala 2–12 Wochen, mehr ist besser | Hier steckt die zweite Falle der Kategorie, und sie ist der Grund für das Gewicht 0. Amazon beziffert die Laufzeit als einziger Hersteller im Feld vollständig nachvollziehbar — „bis zu 12 Wochen, basierend auf einer halben Stunde Lesezeit pro Tag bei ausgeschalteter Drahtlosverbindung und Bildschirmhelligkeit 13“. Wer täglich zwei Stunden bei hoher Helligkeit mit eingeschaltetem WLAN liest, kommt rechnerisch in eine völlig andere Größenordnung. Die anderen Hersteller nennen entweder gar keine Zahl (tolino: „wochenlange Akkulaufzeit“) oder eine ohne definierte Bedingung (PocketBook: „bis zu 1 Monat, je nach Art der Nutzung“). Zwei vergleichbare Werte in einem Feld von sechs Geräten sind keine Wertungsgrundlage — die Spalte steht deshalb als Information da und bestimmt die Reihenfolge nicht. „1 Monat“ haben wir bewusst nicht in Wochen umgerechnet: Eine Einheitenumrechnung wäre eine Zahl, die so beim Hersteller nirgends steht. |
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