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Smartphone kaufen: Update-Zusage schlägt Prozessorleistung

Ratgeber · zuletzt geprüft am · Lesezeit rund 8 Minuten

Ein Smartphone wird nicht dadurch unbrauchbar, dass es zu langsam ist, sondern dadurch, dass es keine Sicherheitsupdates mehr bekommt. Deshalb ist die Update-Zusage des Herstellers das Kriterium mit der längsten Wirkung — und seit Juni 2025 steht ein Teil dieser Information verbindlich auf dem Label.

Kurz gesagt

Seit dem 20. Juni 2025 gelten in der EU die Verordnungen 2023/1669 und 2023/1670: Smartphones tragen ein Energielabel mit Energieeffizienzklasse, Akkulaufzeit je Ladezyklus, Reparierbarkeitsklasse, Schutzart und Sturzfestigkeit. Der Akku muss nach 800 vollständigen Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner Kapazität erreichen.

  • Die Update-Zusage bestimmt die nutzbare Lebensdauer. Hersteller müssen Betriebssystem-Aktualisierungen nach den EU-Ökodesign-Vorgaben mindestens fünf Jahre nach dem Ende der Markteinführung bereitstellen; einige Hersteller sagen deutlich mehr zu.
  • Der Speicher der Basisausführung lässt sich bei den meisten Geräten nicht erweitern — 128 GB sind die untere sinnvolle Grenze, 256 GB der bequeme Standard.
  • Akkukapazität allein sagt wenig; entscheidend ist die Laufzeit je Ladezyklus, die das neue Label ausweist.
  • IP68 bedeutet Schutz gegen dauerndes Untertauchen unter definierten Bedingungen — kein Freibrief fürs Schwimmen und keine Zusage für Salzwasser.
  • Ersatzteile müssen laut Ökodesign-Verordnung innerhalb weniger Arbeitstage lieferbar sein — das macht Reparaturen planbarer als früher.
Schon entschieden? Smartphones im Punktevergleich16 Geräte, offengelegte Gewichte, Quelle je Wert — kein Labortest

Warum die Update-Zusage das wichtigste Kriterium ist

Ein Smartphone ist ein Gerät mit ständiger Netzverbindung, auf dem Bankgeschäfte, Ausweisfunktionen und private Nachrichten laufen. Ohne Sicherheitsupdates bleiben bekannte Lücken offen — das Gerät funktioniert weiter, ist aber zunehmend riskant. Genau deshalb ist die Frage „wie lange bekomme ich Updates“ wichtiger als jeder Vergleich von Prozessorleistung.

Die EU-Ökodesign-Verordnung 2023/1670 hat hier eine Untergrenze eingezogen: Betriebssystem-Aktualisierungen müssen für mindestens fünf Jahre nach dem Ende des Inverkehrbringens des letzten Exemplars eines Modells verfügbar sein. Einige Hersteller gehen darüber hinaus und sagen sechs oder sieben Jahre zu — diese Zusage steht auf der Produktseite und ist ein belastbares Auswahlkriterium.

Wichtig ist die Unterscheidung: Sicherheitsupdates schließen Lücken, Systemversionen bringen neue Funktionen. Beide werden getrennt zugesagt, und die Sicherheitsupdates sind die wichtigeren.

Welche Geräte welche Update-Zusagen tragen, steht als eigene Spalte in der Tabelle — zum Smartphones-Vergleich →

Was seit Juni 2025 auf dem Label steht

Mit den Verordnungen (EU) 2023/1669 und 2023/1670 tragen Mobiltelefone und Tablets in der EU ein Energielabel, das mehr zeigt als den Energieverbrauch. Erstmals stehen damit Angaben verbindlich und vergleichbar auf einem Etikett, die vorher in Marketingtexten verstreut waren.

Die Angaben des Smartphone-Labels
AngabeWas sie bedeutet
Energieeffizienzklasse A bis GEnergieverbrauch im Verhältnis zur Akkukapazität
Akkulaufzeit je LadezyklusLaufzeit unter genormten Bedingungen — vergleichbarer als die reine Kapazität in mAh
ReparierbarkeitsklasseBewertet unter anderem Zerlegbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit und Reparaturinformationen
Schutzart gegen Staub und WasserDie IP-Klasse, geprüft nach genormten Bedingungen
SturzfestigkeitZuverlässigkeit nach wiederholten Falltests
AkkulanglebigkeitVorgabe der Ökodesign-Verordnung: mindestens 80 Prozent Kapazität nach 800 Ladezyklen

Die Angaben gelten für Geräte, die seit dem 20. Juni 2025 in der EU in Verkehr gebracht werden. Ältere Modelle im Abverkauf tragen das Label nicht zwingend.

Wie viel Gerät brauchst Du wirklich?

Die Leistungsunterschiede zwischen Mittelklasse und Oberklasse sind in der täglichen Nutzung — Nachrichten, Navigation, Video, Fotos — für die meisten Menschen kaum spürbar. Sichtbar werden sie bei anspruchsvollen Spielen, aufwendiger Videobearbeitung und in der Kameraqualität bei wenig Licht.

Wer die Wahl zwischen einem Oberklassegerät des Vorjahres und einem neuen Mittelklassegerät hat, sollte auf die Update-Restlaufzeit sehen: Das ältere Spitzengerät ist oft besser ausgestattet, hat aber weniger Restzeit bei den Updates. Beides gegeneinander abzuwägen ist die ehrlichere Rechnung als der reine Preisvergleich.

Was für wen genügt
NutzungSinnvolle KlasseWorauf achten
Nachrichten, Telefonie, Navigation, FotosMittelklasseUpdate-Zusage, 128 bis 256 GB, ordentliches Display
Viel Fotografie, auch bei wenig Lichtgehobene Mittelklasse bis OberklasseSensorgröße und Bildstabilisierung statt Megapixel
Spiele mit hohen AnforderungenOberklasseKühlung und Bildwiederholrate des Displays
Beruflich, mit Ausweis- und Bankfunktionenbeliebig, aber lange Update-ZusageSicherheitsupdates sind hier das Hauptkriterium
Zweitgerät, Kinder, NotfallhandyEinstiegsklasseUpdate-Zusage prüfen — hier ist sie oft am kürzesten

Speicher, Akku und Schutzart richtig einschätzen

Speicher: Die meisten aktuellen Geräte haben keinen Kartenschacht mehr — was man kauft, bleibt. 128 GB sind für zurückhaltende Nutzung ausreichend, 256 GB der bequeme Standard, wenn Fotos und Videos auf dem Gerät bleiben sollen. Wer Cloud-Speicher konsequent nutzt, kommt mit weniger aus.

Akku: Die Kapazität in Milliamperestunden ist nur die halbe Wahrheit — ein sparsames System kann mit kleinerem Akku länger laufen. Aussagekräftiger ist die Laufzeit je Ladezyklus auf dem Label. Für die Lebensdauer zählt zudem, dass Akkus altern: Häufiges Laden bei Hitze und dauerhaftes Halten bei 100 Prozent beschleunigen das.

Schutzart: IP68 heißt staubdicht und geschützt gegen dauerndes Untertauchen unter vom Hersteller festgelegten Bedingungen — geprüft mit klarem Süßwasser, ohne Druck und ohne Bewegung. Salzwasser, Chlorwasser, Wasserstrahl und Duschen sind davon nicht abgedeckt, und die Dichtungen altern.

Was den Akku im Alltag schont

  • Das Gerät nicht dauerhaft am Ladegerät bei 100 Prozent belassen; viele Systeme bieten dafür eine Ladebegrenzung.
  • Schnellladen bei Bedarf nutzen, im Alltag aber ruhig langsam laden.
  • Hitze vermeiden — Sonne auf dem Armaturenbrett ist die härteste Belastung.
  • Sehr tiefe Entladungen vermeiden; gelegentliche Vollentladung ist unnötig.
  • Nach einigen Jahren den Akkuzustand prüfen: Ein Akkutausch ist deutlich günstiger als ein neues Gerät — und laut EU-Vorgaben müssen Ersatzteile verfügbar sein.

Reparierbarkeit und Ersatzteile

Die Ökodesign-Verordnung 2023/1670 verlangt, dass Hersteller kritische Ersatzteile — darunter Akku und Display — verfügbar halten und innerhalb weniger Arbeitstage liefern. Zusammen mit der Reparierbarkeitsklasse auf dem Label ist damit erstmals vergleichbar, wie gut sich ein Gerät instand halten lässt.

Praktisch heißt das: Ein Displaybruch oder ein müder Akku ist kein Grund mehr, das Gerät zu ersetzen. Vor dem Kauf lohnt trotzdem der Blick, was ein Akkutausch beim jeweiligen Hersteller kostet und ob es autorisierte Werkstätten in erreichbarer Nähe gibt — die Verordnung regelt Verfügbarkeit, nicht Preise.

Beim Wechsel: was Du vorher klären solltest

Die Punkte, an denen ein Umstieg hakt

  1. Datenübernahme: Innerhalb desselben Systems ist der Umzug unkritisch; zwischen iOS und Android funktionieren Kontakte, Fotos und Kalender gut, gekaufte Apps und manche Chatverläufe dagegen nicht immer.
  2. Zwei-Faktor-Verfahren: Authenticator-Apps und Banking-Freigaben müssen vor dem Zurücksetzen des alten Geräts übertragen werden — sonst sperrt man sich aus.
  3. eSIM oder SIM-Karte: Bei eSIM ist ein Profilwechsel nötig, den der Mobilfunkanbieter freischaltet; das dauert manchmal länger als der Gerätewechsel selbst.
  4. Zubehör: Hüllen und Halterungen passen selten weiter, Ladegeräte über USB-C in der Regel schon.
  5. Altgerät: Vor dem Verkauf abmelden und zurücksetzen; sonst bleibt es an Deinem Konto gesperrt und ist für Käufer wertlos.

Die häufigsten Fehlkäufe — und was stattdessen hilft

Nach Prozessor und Megapixeln kaufen

Zuerst die Update-Zusage prüfen. Sie bestimmt, wie lange das Gerät sicher nutzbar bleibt — Leistungsunterschiede sind im Alltag meist kaum spürbar.

Die Update-Zusage ab Kaufdatum rechnen

Sie gilt ab Markteinführung des Modells. Bei einem zwei Jahre alten Gerät ist entsprechend weniger Restzeit übrig.

Beim Speicher sparen

128 GB als Untergrenze, 256 GB als bequemen Standard einplanen. Erweitern lässt sich der Speicher bei den meisten Geräten nicht mehr.

IP68 als Freibrief verstehen

Die Prüfung erfolgt mit klarem Süßwasser unter festgelegten Bedingungen. Salz, Chlor, Wasserstrahl und gealterte Dichtungen sind nicht abgedeckt.

Das alte Gerät vor der Übertragung der Zwei-Faktor-Verfahren zurücksetzen

Erst Authenticator-Apps und Banking-Freigaben umziehen, dann löschen. Sonst folgt eine langwierige Wiederherstellung.

Häufige Fragen

Wie lange bekomme ich Updates für mein Smartphone?

Nach der EU-Ökodesign-Verordnung 2023/1670 müssen Betriebssystem-Aktualisierungen mindestens fünf Jahre nach dem Ende des Inverkehrbringens des letzten Exemplars eines Modells verfügbar sein. Einzelne Hersteller sagen sechs oder sieben Jahre zu. Diese Zeiträume zählen ab Markteinführung, nicht ab Deinem Kauf.

Reichen 128 GB Speicher?

Für zurückhaltende Nutzung mit Cloud-Speicher ja. Wer viele Fotos, Videos und Spiele auf dem Gerät behält, ist mit 256 GB deutlich entspannter — erweitern lässt sich der Speicher bei den meisten aktuellen Geräten nicht mehr.

Was bedeutet IP68 wirklich?

Staubdicht und geschützt gegen dauerndes Untertauchen unter Bedingungen, die der Hersteller festlegt — geprüft mit klarem Süßwasser, ohne Strömung und ohne Druck. Schwimmbad, Meerwasser, Wasserstrahl und Sauna sind nicht abgedeckt, und die Dichtungen altern mit der Zeit.

Ist ein größerer Akku automatisch besser?

Nein. Die Laufzeit hängt ebenso von Display, Prozessor und Software ab; ein sparsames Gerät kann mit kleinerem Akku länger durchhalten. Seit Juni 2025 weist das EU-Label die Akkulaufzeit je Ladezyklus aus — dieser Wert ist vergleichbarer als die Kapazität in Milliamperestunden.

Lohnt sich ein Vorjahresmodell?

Oft ja, wenn der Preisunterschied deutlich ist. Zu prüfen ist die verbleibende Update-Zeit: Ein Jahr weniger Restlaufzeit kann einen Preisvorteil aufwiegen. Bei Geräten, die schon zwei oder drei Jahre auf dem Markt sind, wird die Rechnung meist ungünstig.

Was ist die Reparierbarkeitsklasse auf dem Label?

Sie bewertet, wie gut sich ein Gerät instand setzen lässt — unter anderem anhand der Zerlegbarkeit, der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und der bereitgestellten Reparaturinformationen. Zusammen mit der Pflicht, kritische Ersatzteile kurzfristig zu liefern, macht sie Reparaturen erstmals vergleichbar planbar.

Und jetzt konkret: welches Gerät?

Im Smartphones-Vergleich stehen 16 Geräte mit genau den Werten, um die es oben ging — jeder Wert mit Quelle, jedes Gewicht offengelegt, fehlende Herstellerangaben sichtbar als „k. A.“ statt still ergänzt. Ein Labortest ist das nicht, und wir nennen es deshalb Vergleichssieger, nicht Testsieger.

Smartphones im Vergleich ansehen →

Quellen

Angaben nach bestem Wissen zum 5. August 2026. Wer einen Fehler findet, darf uns das über das Feld im Seitenfuß sagen — wir korrigieren und schreiben das Datum neu.

Weiterlesen

Unabhängigkeit: Dieser Ratgeber enthält keine Kauflinks. Verdient wird auf der verlinkten Vergleichsseite über gekennzeichnete Partnerlinks (§ 5a Abs. 4 UWG) — an der Reihenfolge dort ändern sie nichts, sie folgt dem offengelegten Punktesystem.