Vergleichsatlas

Laserdrucker kaufen: die Seitenkosten entscheiden, nicht der Gerätepreis

Ratgeber · zuletzt geprüft am · Lesezeit rund 7 Minuten

Ein günstiger Laserdrucker mit teurem Toner kostet über die Jahre deutlich mehr als ein teurerer mit großen, günstigen Kartuschen. Die einzige Zahl, die das sichtbar macht, ist der Seitenpreis — und den muss man selbst ausrechnen.

Kurz gesagt

Der Seitenpreis ergibt sich aus Tonerpreis geteilt durch Reichweite nach ISO/IEC 19752. Diese Norm unterstellt eine Deckung von 5 Prozent der Seite — wer dunklere Dokumente druckt, erreicht entsprechend weniger Seiten.

  • Seitenpreis = Preis der Kartusche ÷ Reichweite in Seiten. Bei 3.000 Seiten Reichweite und 75 Euro Toner sind das 2,5 Cent je Seite.
  • Die mitgelieferte Startkartusche hat oft nur einen Bruchteil der Reichweite einer regulären — das ist normal und gehört in die Rechnung.
  • Bei manchen Geräten steckt die Bildtrommel in der Tonerkartusche, bei anderen ist sie ein eigenes Verschleißteil mit eigenem Preis und eigener Standzeit.
  • Automatischer Duplexdruck halbiert den Papierverbrauch — bei Vielnutzern der zweitgrößte Kostenhebel nach dem Toner.
  • Für Haushalte, die selten drucken, ist der Laserdrucker fast immer die richtige Technik: Toner trocknet nicht ein.
Schon entschieden? Laserdrucker (Schwarzweiß) im Punktevergleich6 Geräte, offengelegte Gewichte, Quelle je Wert — kein Labortest

Warum Laser und nicht Tinte?

Die Entscheidung fällt am Nutzungsmuster. Wer selten und dann viel druckt — Behördenformulare, Rechnungen, Studienunterlagen —, ist mit einem Laserdrucker besser bedient: Toner ist ein trockenes Pulver und trocknet auch nach Monaten Stillstand nicht ein. Genau daran scheitern viele Tintendrucker im Privathaushalt.

Umgekehrt bleibt Tinte im Vorteil, wenn regelmäßig Fotos oder farbintensive Dokumente gedruckt werden. Für den klassischen Schwarzweiß-Bedarf in Haushalt und Homeoffice ist der Monolaser aber die verlässlichere und meist auch günstigere Lösung.

Welche Reichweiten und Ausstattungen die aktuellen Geräte bieten, steht in der Tabelle — zum Laserdrucker (Schwarzweiß)-Vergleich →

Den Seitenpreis richtig ausrechnen

Die Reichweite von Tonerkartuschen wird nach der Norm ISO/IEC 19752 ermittelt. Sie unterstellt einen genormten Testtext mit rund 5 Prozent Flächendeckung — das entspricht etwa einem normalen Geschäftsbrief. Wer Tabellen mit Rahmen, Präsentationen oder Grafiken druckt, kommt entsprechend nicht auf die angegebene Seitenzahl.

Für den Vergleich zweier Geräte ist die Norm trotzdem wertvoll, weil alle Hersteller nach derselben Methode messen. Wichtig ist nur, die größte reguläre Kartusche heranzuziehen — dort ist der Seitenpreis am niedrigsten, und genau die kauft man später nach.

In vier Schritten zur echten Rechnung

  1. Preis der größten regulären Tonerkartusche im Handel nachsehen (nicht die Startkartusche).
  2. Reichweite dieser Kartusche nach ISO/IEC 19752 aus dem Datenblatt nehmen.
  3. Preis ÷ Reichweite = Seitenpreis für Toner.
  4. Falls die Trommel ein eigenes Teil ist: Trommelpreis ÷ Trommelstandzeit addieren — erst diese Summe ist der echte Seitenpreis.
Was der Seitenpreis über die Jahre ausmacht
Seitenpreis1.000 Seiten im JahrÜber 5 Jahre
2 Cent20 €100 €
3,5 Cent35 €175 €
5 Cent50 €250 €
8 Cent80 €400 €

Eigene Rechnung. Der Unterschied zwischen 2 und 8 Cent je Seite übersteigt bei moderatem Druckaufkommen den Kaufpreis vieler Geräte deutlich.

Trommel, Startkartusche und andere Überraschungen

Zwei Bauweisen sind verbreitet. Bei der einen sitzt die Bildtrommel in der Tonerkartusche: Jeder Tonerwechsel erneuert die Trommel gleich mit, die Kartuschen sind teurer, dafür gibt es kein zweites Verschleißteil. Bei der anderen ist die Trommel getrennt und hält deutlich länger als eine Tonerfüllung — die Kartuschen sind günstiger, aber alle paar Tonerwechsel steht ein Trommelkauf an.

Keine der beiden Varianten ist grundsätzlich besser; sie verteilen die Kosten nur anders. Wichtig ist, das beim Rechnen nicht zu vergessen: Ein Gerät mit sehr günstigem Toner und teurer Trommel kann teurer sein als eines mit teurerem Kombinationsverbrauchsmaterial.

Die Startkartusche im Lieferumfang hat bei vielen Geräten eine deutlich geringere Reichweite als eine reguläre. Das ist kein versteckter Mangel, sondern verbreitete Praxis — es bedeutet nur, dass der erste Nachkauf früher kommt als gedacht.

Welche Ausstattung im Alltag zählt

Ausstattung nach Nutzen
MerkmalEinordnung
Automatischer DuplexdruckHalbiert den Papierverbrauch und spart das manuelle Wenden. Bei regelmäßigem Druck der wichtigste Komfortpunkt.
Netzwerk (LAN/WLAN)Ermöglicht Drucken von mehreren Geräten und vom Handy. Kabelgebundenes LAN ist im Dauerbetrieb stabiler als WLAN.
Papierkassette statt EinzugEine geschlossene Kassette hält Staub ab und muss seltener nachgefüllt werden; 250 Blatt sind ein guter Richtwert.
Automatischer Vorlageneinzug (bei Multifunktion)Nur sinnvoll, wenn regelmäßig mehrseitig gescannt wird — sonst genügt das Flachbett.
Empfohlenes MonatsvolumenHerstellerangabe zur dauerhaft sinnvollen Belastung. Sie ist nicht dasselbe wie das maximale Monatsvolumen, das nur eine Spitzenlast beschreibt.
TonerabonnementBequem, aber an Mindestlaufzeiten und Seitenkontingente gebunden. Vor dem Abschluss mit dem selbst gerechneten Seitenpreis vergleichen.

Aufstellen und betreiben

Praktische Punkte, die selten im Prospekt stehen

  • Aufwärmzeit und Geräusch: Laserdrucker sind beim Anlauf deutlich hörbar. Im Schlafzimmer oder im Kinderzimmer ist das ein Kriterium.
  • Standort mit Luft: Der Drucker gibt Wärme ab und braucht Abstand zur Wand; ein geschlossener Schrank ist kein guter Platz.
  • Papier trocken lagern: Feuchtes Papier ist die häufigste Ursache für Papierstau und Wellen im Ausdruck.
  • Erste Seite nach Standby: Wenn der Drucker selten läuft, ist die Zeit bis zur ersten Seite spürbarer als die Seiten pro Minute.
  • Treiberpflege: Vor dem Kauf prüfen, ob der Hersteller Treiber für Dein Betriebssystem pflegt — bei älteren Geräten und neuen Systemversionen ist das ein echter Stolperstein.
  • Drucken vom Handy: Für gelegentliche Ausdrucke reicht die Systemfunktion des Telefons, wenn der Drucker den passenden Standard unterstützt — eine Hersteller-App ist dafür nicht nötig.

Die häufigsten Fehlkäufe — und was stattdessen hilft

Nach dem Gerätepreis kaufen

Den Seitenpreis ausrechnen: Tonerpreis ÷ Reichweite, gegebenenfalls plus Trommelanteil. Über fünf Jahre übersteigt die Differenz oft den Kaufpreis.

Mit der Reichweite der Startkartusche rechnen

Die größte reguläre Kartusche zugrunde legen — die kauft man später nach, und dort ist der Seitenpreis am niedrigsten.

Die getrennte Trommel übersehen

Im Datenblatt prüfen, ob die Bildtrommel ein eigenes Verschleißteil ist, und ihren Preis auf ihre Standzeit umlegen.

Auf Duplex verzichten

Automatischen Duplexdruck einplanen, wenn regelmäßig gedruckt wird. Papier ist der zweitgrößte laufende Posten.

Ein Gerät ohne Blick auf Treiberpflege kaufen

Prüfen, ob der Hersteller aktuelle Treiber für Dein Betriebssystem anbietet. Ein Drucker ohne Treiber ist unabhängig von seinem Zustand nutzlos.

Häufige Fragen

Was kostet mich eine gedruckte Seite wirklich?

Teile den Preis der größten regulären Tonerkartusche durch ihre Reichweite nach ISO/IEC 19752. Bei 75 Euro und 3.000 Seiten sind das 2,5 Cent. Ist die Bildtrommel ein eigenes Teil, kommt ihr Preis geteilt durch ihre Standzeit hinzu. Papier ist in dieser Rechnung noch nicht enthalten.

Was bedeutet ISO/IEC 19752?

Es ist die Norm, nach der die Reichweite von Tonerkartuschen ermittelt wird. Sie legt einen Testtext mit rund 5 Prozent Flächendeckung zugrunde — etwa der Umfang eines gewöhnlichen Briefs. Weil alle Hersteller danach messen, sind die Angaben untereinander vergleichbar; wer dunklere Seiten druckt, erreicht weniger Seiten.

Warum reicht die mitgelieferte Kartusche so kurz?

Weil viele Geräte mit einer Startkartusche geringerer Reichweite ausgeliefert werden. Das ist verbreitete Praxis und kein Defekt — es bedeutet nur, dass der erste Nachkauf früher ansteht. Für die Kostenrechnung sollte deshalb immer die reguläre Kartusche herangezogen werden.

Lohnt sich ein Laserdrucker, wenn ich selten drucke?

Gerade dann. Toner ist ein trockenes Pulver und trocknet im Gegensatz zu Tinte nicht ein — ein Laserdrucker funktioniert auch nach Monaten Stillstand ohne Reinigungszyklen. Für seltenes Schwarzweiß-Drucken ist er in aller Regel die verlässlichere Wahl.

Sind Fremdtoner eine Alternative?

Sie sind deutlich günstiger, die Qualität schwankt aber je nach Anbieter, und bei Schäden durch Fremdmaterial kann es Diskussionen mit dem Hersteller geben. Wer darauf setzen will, sollte vor dem Gerätekauf prüfen, ob es für das Modell überhaupt seriöse Alternativen gibt.

Was ist das empfohlene Monatsvolumen?

Es ist die Seitenzahl, die der Hersteller pro Monat für einen dauerhaft sinnvollen Betrieb angibt. Davon zu unterscheiden ist das maximale Monatsvolumen, das nur eine kurzzeitige Spitzenlast beschreibt. Für die Auswahl ist die empfohlene Zahl der ehrlichere Maßstab.

Und jetzt konkret: welches Gerät?

Im Laserdrucker (Schwarzweiß)-Vergleich stehen 6 Geräte mit genau den Werten, um die es oben ging — jeder Wert mit Quelle, jedes Gewicht offengelegt, fehlende Herstellerangaben sichtbar als „k. A.“ statt still ergänzt. Ein Labortest ist das nicht, und wir nennen es deshalb Vergleichssieger, nicht Testsieger.

Laserdrucker (Schwarzweiß) im Vergleich ansehen →

Weiterlesen

Unabhängigkeit: Dieser Ratgeber enthält keine Kauflinks. Verdient wird auf der verlinkten Vergleichsseite über gekennzeichnete Partnerlinks (§ 5a Abs. 4 UWG) — an der Reihenfolge dort ändern sie nichts, sie folgt dem offengelegten Punktesystem.