Waschmaschine kaufen: welche Angaben wirklich zählen
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Über eine Waschmaschine entscheiden drei Dinge: die Trommelgröße, die zum Haushalt passt, die Werte auf dem EU-Energielabel — und die Maße am Aufstellort. Alles andere, was im Prospekt groß steht, ist entweder gesetzlich ohnehin geregelt oder für das Waschergebnis nebensächlich.
Kurz gesagt
Die entscheidenden Zahlen einer Waschmaschine stehen seit dem 1. März 2021 verbindlich auf dem EU-Energielabel: Stromverbrauch je 100 Waschzyklen im Programm Eco 40-60, Wasserverbrauch je Zyklus, Schleuderwirkungsklasse und Geräusch beim Schleudern. Die beworbene Umdrehungszahl steht dort nicht — sie beschreibt den Aufwand, nicht das Ergebnis.
- Als Orientierung gilt rund 1 bis 2 Kilogramm Nennkapazität je Person: 6 bis 7 kg für ein bis zwei Personen, 8 kg für drei, 9 kg und mehr für Familien mit Bettwäsche und Handtüchern in einer Ladung.
- Der Stromverbrauch steht als absolute Zahl auf dem Label (kWh je 100 Zyklen). Die Effizienzklasse allein reicht nicht: Sie ist auf die Trommelgröße normiert, die Stromrechnung ist es nicht.
- Die Schleuderwirkungsklasse ist die einzige Angabe mit Folgekosten außerhalb der Maschine — je feuchter die Wäsche, desto länger läuft der Trockner. Klasse A bedeutet weniger als 45 Prozent Restfeuchte, Klasse B unter 54 Prozent.
- Zwischen sparsamsten und durstigsten Geräten liegt beim Strom fast der Faktor drei, in Euro aber meist nur ein niedriger zweistelliger Betrag im Jahr — ein Aufpreis von mehreren hundert Euro rechnet sich darüber selten.
- Vor dem Bestellen gehören fünf Maße auf den Zettel: Nischenbreite, Gerätetiefe mit geöffneter Tür, Höhe unter der Arbeitsplatte, Türanschlag und der Weg dorthin — Treppenhaus, Türrahmen, Kurve.
Welche Trommelgröße passt zu Deinem Haushalt?
Die Nennkapazität in Kilogramm ist die Bezugsgröße des ganzen Energielabels: Sämtliche Verbrauchswerte gelten für die volle Trommel. Eine große Maschine ist deshalb nur dann sparsam, wenn sie auch voll wird. Wer eine 9-Kilo-Maschine regelmäßig halb füllt, wäscht teurer als jemand mit einer passend dimensionierten 7-Kilo-Maschine — auch wenn auf beiden Geräten dieselbe Klasse steht.
Umgekehrt kostet eine zu kleine Trommel Zeit und Strom, weil zwei Waschgänge nötig werden, wo einer gereicht hätte. Der teuerste Fehler ist dabei nicht die Alltagswäsche, sondern das Sperrige: eine Bettdecke, eine Winterjacke, ein Wäschekorb Handtücher nach dem Urlaub. Wer solche Ladungen regelmäßig hat, wählt eine Nummer größer, als die Personenzahl nahelegt.
| Haushalt | Übliche Nennkapazität | Woran es sonst noch hängt |
|---|---|---|
| 1 Person | 6 bis 7 kg | Reicht fast immer. Knapp wird es nur bei Bettdecken und Daunenjacken. |
| 2 Personen | 7 bis 8 kg | 8 kg lohnt, wenn Bettwäsche und Handtücher in einem Gang laufen sollen. |
| 3 bis 4 Personen | 8 bis 9 kg | Der Normalfall für Familien. Ab hier zahlt sich eine gute Mengenautomatik aus. |
| 5 Personen und mehr | 9 bis 11 kg | Weniger Waschgänge sparen Strom, Wasser und vor allem Zeit. |
| Sport, Baby, Tierhaare | eine Stufe größer | Häufige Ladungen mit hoher Hygieneanforderung sprengen die Personen-Faustregel. |
Anhaltspunkte für den deutschen Markt, keine Norm. Die Nennkapazität bezieht sich auf trockene Baumwollwäsche — bei Synthetik und Wolle liegen die zulässigen Füllmengen deutlich darunter, das steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts.
Welche Nennkapazität die aktuellen Modelle bieten und was sie dabei verbrauchen, steht in der Tabelle — zum Waschmaschinen-Vergleich →
Was auf dem Energielabel steht — und was nur nach viel klingt
Seit dem 1. März 2021 gilt die Verordnung (EU) 2019/2014. Sie schreibt jedem in der EU verkauften Gerät dieselben Angaben nach derselben Messmethode vor. Das macht Waschmaschinen zur seltenen Produktgruppe, in der man Datenblätter wirklich nebeneinanderlegen kann — vorausgesetzt, man liest die richtigen Felder.
Bezugspunkt ist immer das Programm Eco 40-60. Es existiert nur zu diesem Zweck: ein einheitliches Programm, in dem gemäß Verordnung normal verschmutzte Baumwollwäsche gewaschen wird, die bei 40 oder 60 Grad gewaschen werden darf — zusammen in einer Ladung. Alle Label-Werte stammen aus diesem Programm, kein Wert stammt aus dem Kurz- oder Buntwäscheprogramm.
Drei Angaben, die nach viel klingen und wenig sagen
- Umdrehungen pro Minute. Sie stehen auf keinem Energielabel. Maßgeblich ist, wie trocken die Wäsche danach ist — und das sagt die Schleuderwirkungsklasse. Zwei Geräte mit fast gleicher Drehzahl können in unterschiedlichen Klassen landen.
- „A -30 %“ oder „A -55 %“. Das ist keine Effizienzklasse und steht nie auf dem Label, sondern in der Werbung daneben. Gemeint ist eine Unterschreitung des Klassengrenzwerts — meist bezogen auf ein Programm, das nicht dem Eco 40-60 entspricht.
- Watt-Angaben zum Motor. Die Anschlussleistung sagt nichts über Waschergebnis oder Verbrauch; der Löwenanteil der Energie geht ohnehin ins Aufheizen des Wassers, nicht in die Trommeldrehung.
| Angabe | Was sie bedeutet | Wie wichtig im Alltag |
|---|---|---|
| Energieeffizienzklasse A bis G | Effizienzindex, normiert auf die Nennkapazität — vergleicht gleich große mit gleich großen Trommeln | Wichtig, aber nie allein lesen |
| kWh je 100 Zyklen | Der absolute Stromverbrauch im Programm Eco 40-60 bei voller Beladung | Die Zahl, die auf der Stromrechnung ankommt |
| Liter je Zyklus | Wasserverbrauch im selben Programm | Real, aber preislich der kleinere Posten |
| Schleuderwirkungsklasse A bis G | Restfeuchte nach dem Schleudern | Entscheidend, wenn ein Trockner folgt |
| dB(A) und Geräuschklasse A bis D | Luftschall beim Schleudern, also im lautesten Moment | Entscheidend in Wohnung, offener Küche, bei Nachtwäsche |
| Programmdauer Eco 40-60 | Laufzeit bei voller Beladung, oft 3 bis 4 Stunden | Planungsgröße, kein Qualitätsmerkmal |
Schleuderwirkungsklasse: die Zahl, die beim Trockner ankommt
Die Schleuderwirkungsklasse beschreibt die Restfeuchte der Wäsche nach dem Schleudern, also den Anteil Wasser, der im Verhältnis zum Trockengewicht in der Wäsche verbleibt. Sie ist die einzige Label-Angabe, die Folgekosten außerhalb der Waschmaschine verursacht: Jeder Prozentpunkt Restfeuchte muss anschließend jemand verdampfen — der Trockner mit Strom oder die Wohnung mit Zeit und Lüften.
Die Klassengrenzen sind in Anhang der Verordnung (EU) 2019/2014 festgelegt und scharf: Zwischen zwei Buchstaben kann weniger als ein Prozentpunkt liegen. Deshalb lohnt der Blick auf den Zahlenwert der Restfeuchte im Datenblatt, nicht nur auf den Buchstaben.
| Klasse | Restfeuchte | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|
| A | unter 45 % | Sehr trocken aus der Maschine; im Handel selten |
| B | 45 bis unter 54 % | Gute Geräte der Oberklasse |
| C | 54 bis unter 63 % | Der verbreitete Bereich im mittleren Preissegment |
| D | 63 bis unter 72 % | Merklich feuchter; Trockner läuft spürbar länger |
| E bis G | 72 % und mehr | Bei aktuellen Frontladern kaum noch anzutreffen |
Grenzwerte nach Verordnung (EU) 2019/2014. Der Buchstabe ist eine Klasse, kein Messwert — zwei Geräte derselben Klasse können unterschiedlich nah an der Grenze liegen.
Welches Gerät welche Restfeuchte erreicht, steht bei uns als eigene Spalte — zum Waschmaschinen-Vergleich →
Was der Betrieb wirklich kostet — und wann ein Aufpreis sich lohnt
Betriebskosten lassen sich aus den Label-Werten ausrechnen, ohne dass man dafür jemandem glauben muss. Die Formel: kWh je 100 Zyklen ÷ 100 × Waschgänge im Jahr × Strompreis. Bei 150 Waschgängen im Jahr und 0,35 Euro je Kilowattstunde kostet ein Gerät mit 45 kWh je 100 Zyklen rund 24 Euro Strom im Jahr, eines mit 63 kWh rund 33 Euro.
Genau hier lohnt das Nachrechnen, weil die Werbung mit Prozenten arbeitet und der Alltag mit Euro. „30 Prozent sparsamer“ klingt nach viel; auf eine Basis von 30 Euro im Jahr angewendet, sind es neun Euro. Ein Aufpreis von 300 Euro braucht dann rund 33 Jahre, um sich zu amortisieren — länger, als das Gerät lebt.
Das Wasser ist der kleinere Posten: 150 Waschgänge zu 50 Litern sind 7.500 Liter, bei rund fünf Euro je Kubikmeter also etwa 38 Euro im Jahr. Zwischen einem sparsamen und einem durstigen Gerät liegen hier meist nur wenige Euro.
Betriebskosten in drei Schritten selbst prüfen
- Zähle Deine Waschgänge realistisch: Zwei Ladungen pro Woche sind rund 100 im Jahr, vier Ladungen rund 200.
- Rechne beide Kandidaten mit der Formel oben durch und notiere die Differenz in Euro pro Jahr.
- Teile den Kaufpreisunterschied durch diese Differenz. Kommt eine Zahl über zehn heraus, rechnet sich der Aufpreis über die Energie nicht — er kann sich trotzdem lohnen, dann aber wegen Laufruhe, Garantie oder Ausstattung.
Frontlader, Toplader oder Waschtrockner?
Die Bauform entscheidet sich am Aufstellort, nicht am Waschergebnis. Der Frontlader mit 60 Zentimetern Breite ist der Normalfall: die größte Auswahl, die schärfste Preiskonkurrenz und in der Regel die besten Label-Werte je Euro. Er braucht allerdings Platz vor dem Gerät, weil die Tür nach vorn aufschwingt.
| Bauform | Passt, wenn | Der Haken |
|---|---|---|
| Frontlader, 60 cm | Platz davor vorhanden; unter der Arbeitsplatte einbaubar | Braucht Schwenkraum für die Tür; Beladen im Bücken |
| Frontlader, schmal (bis ~45 cm tief) | Enges Bad, schmaler Flur | Kleinere Trommel, weniger Modelle, oft schlechtere Werte je Euro |
| Toplader | Sehr enge Stellfläche, Beladen ohne Bücken | Nicht unterbaufähig, kleineres Angebot, meist geringere Kapazität |
| Waschtrockner | Ein einziger Anschluss für beides, kein Platz für zwei Geräte | Trocknet meist nur eine Teilmenge der Waschladung; höherer Verbrauch als zwei Einzelgeräte |
| Waschmaschine plus Trockner im Turm | Zwei Geräte übereinander, Platz in der Höhe | Zwischenbausatz nötig — Trockner ohne ihn aufzustellen geht schief |
Vor dem Bestellen: die Maße, an denen Lieferungen scheitern
Der häufigste vermeidbare Ärger beim Waschmaschinenkauf ist kein Fehlkauf im Sinne der Technik, sondern ein Gerät, das nicht an seinen Platz passt oder nicht dorthin gelangt. Die Standardbreite von 60 Zentimetern verleitet zum Nichtmessen — und die Tiefe schwankt zwischen etwa 45 und 65 Zentimetern erheblich.
Diese sechs Maße gehören auf den Zettel
- Nischenbreite — mit mindestens zwei Zentimetern Luft je Seite, sonst überträgt das Gerät Schwingungen auf die Möbel.
- Gerätetiefe inklusive Schläuchen — hinten brauchen Zulauf, Ablauf und Stecker rund fünf Zentimeter zusätzlich.
- Tiefe mit geöffneter Tür — sie entscheidet, ob man vor dem Gerät noch stehen kann.
- Höhe unter der Arbeitsplatte — unterbaufähige Geräte sind meist rund 82 Zentimeter hoch, viele Standgeräte 85; der abnehmbare Deckel steht in der Anleitung, nicht im Prospekt.
- Türanschlag — bei Frontladern meist links, selten wechselbar. In einer engen Nische entscheidet er über die Bedienbarkeit.
- Der Weg zum Aufstellort — Treppenhausbreite, Türrahmen, Kurve im Flur. Ein Gerät wiegt oft 70 bis 80 Kilogramm.
Welche Funktionen im Alltag etwas bringen — und welche nicht
Ausstattungslisten sind lang, weil sie lang sein sollen. Für das Ergebnis relevant ist ein knappes Dutzend Punkte, und die meisten davon sind heute Standard. Die folgende Einordnung trennt, was einen Aufpreis wert sein kann, von dem, was vor allem den Datenblatt-Umfang erhöht.
| Funktion | Einordnung |
|---|---|
| Mengenautomatik | Sinnvoll und praktisch überall vorhanden: Das Gerät erkennt die Beladung und passt Wasser und Zeit an. Der Grund, warum Teilbeladung heute weniger kostet als früher. |
| Aquastop / Wasserschutz | Für Wohnungen und Obergeschosse das wichtigste Ausstattungsmerkmal überhaupt — die Kosten eines Wasserschadens stehen in keinem Verhältnis zum Aufpreis. Auf den Umfang achten: Schlauchschutz ist weniger als ein Vollschutz mit Bodenwanne und Sensor. |
| Startzeitvorwahl | Nützlich bei Zeitstromtarif, Photovoltaik oder wenn die Wäsche zur Heimkehr fertig sein soll. Kostet praktisch nichts. |
| Invertermotor | Meist mit längerer Motorgarantie beworben. Die Garantiedauer ist der prüfbare Teil der Aussage — sie steht schriftlich in den Garantiebedingungen. |
| Dampf- und Auffrischprogramme | Angenehm für Knitterarmut, ersetzen aber keinen Waschgang. Selten der Grund für eine Kaufentscheidung. |
| App-Steuerung | Der Nutzen hängt daran, ob das Gerät ohnehin in Sichtweite steht. Fernstarten hilft nur, wenn vorher jemand eingefüllt hat. |
| Automatische Dosierung | Bequem und dosiergenau, bindet aber an Flüssigwaschmittel und erfordert regelmäßiges Nachfüllen und Reinigen des Tanks. |
Wie lange hält eine Waschmaschine — und wann lohnt die Reparatur?
Eine belastbare, öffentlich nachprüfbare Statistik zur durchschnittlichen Lebensdauer aktueller Modelle gibt es nicht; Hersteller veröffentlichen keine Ausfallquoten. Was sich stattdessen belegen lässt, ist die Ersatzteillage — und die ist seit 2021 gesetzlich geregelt.
Nach der Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2023 müssen Hersteller nach dem Inverkehrbringen des letzten Exemplars eines Modells zehn Jahre lang Ersatzteile bereitstellen, darunter Motor, Pumpe, Trommel, Leiterplatten und Schalter. Die Lieferung muss binnen 15 Arbeitstagen erfolgen, und Reparaturanleitungen samt Fehlercodes müssen verfügbar sein. Ein Gerät ist damit über seine gesamte übliche Nutzungszeit reparierbar — vorausgesetzt, jemand repariert es.
Anhaltspunkte für die Entscheidung „reparieren oder ersetzen“
- Ist das Gerät jünger als fünf Jahre, ist die Reparatur fast immer die günstigere Rechnung — auch bei Lager- oder Pumpenschaden.
- Zwischen fünf und zehn Jahren gilt als Anhaltspunkt: Kostet die Reparatur mehr als etwa die Hälfte eines gleichwertigen Neugeräts, wird der Neukauf attraktiv.
- Ein Kostenvoranschlag vor der Reparatur ist üblich; die Anfahrtspauschale wird oft angerechnet, wenn der Auftrag erteilt wird.
- Vor dem Anruf lohnt der Blick in die Anleitung: Ein blockiertes Flusensieb, ein geknickter Ablaufschlauch oder ein Fehlercode mit einfacher Ursache erklärt viele „Defekte“.
Günstiger waschen, ohne beim Ergebnis zu verlieren
Wer die Betriebskosten wirklich senken will, hat nach dem Kauf mehr Hebel als davor. Die folgenden Punkte kosten nichts und wirken bei jedem Gerät — unabhängig von seiner Effizienzklasse.
- Temperatur senken. Moderne Waschmittel sind auf 20 bis 40 Grad ausgelegt. 60 Grad braucht es bei Hygieneanforderung — Krankheit, Unterwäsche, Küchentextilien — nicht bei normal verschmutzter Alltagswäsche.
- Volle Trommel. Zwei halbe Ladungen kosten deutlich mehr als eine volle, auch mit Mengenautomatik.
- Eco-Programm nutzen. Es ist langsam, weil es sparsam ist: niedrige Temperatur, lange Einwirkzeit. Wer die Maschine ohnehin nachts oder tagsüber laufen lässt, verliert dabei nichts.
- Richtig dosieren. Die Dosierempfehlung gilt für mittlere Wasserhärte; der eigene Wert steht im Trinkwasserbericht des Versorgers. Überdosierung wäscht nicht sauberer, sondern hinterlässt Rückstände.
- Kurzprogramme sparsam einsetzen. Sie sparen Zeit, selten Energie — die Aufheizphase bleibt, nur das Einwirken fällt weg.
Die häufigsten Fehlkäufe — und was stattdessen hilft
Nach Umdrehungen pro Minute kaufen
Die Schleuderwirkungsklasse vergleichen. Sie beschreibt das Ergebnis (Restfeuchte), die Drehzahl nur den Aufwand — und sie steht als einzige der beiden verbindlich auf dem Label.
Die Effizienzklasse ohne den kWh-Wert lesen
Beide Zahlen nebeneinanderlegen. Die Klasse ist auf die Trommelgröße normiert, die Stromrechnung nicht — eine große Maschine der Klasse A kann absolut mehr verbrauchen als eine kleinere derselben Klasse.
Eine alte „A+++“-Maschine mit einer neuen „A“-Maschine vergleichen
Beachten, dass seit dem 1. März 2021 eine neue Skala gilt. A+, A++ und A+++ existieren nicht mehr; heutiges A ist selten und teuer. Zwei Skalen lassen sich nicht ineinander umrechnen.
Größer kaufen „für alle Fälle“
Die Trommel am realistischen Wäscheanfall ausrichten. Alle Label-Werte gelten für die volle Trommel; eine dauerhaft halb gefüllte große Maschine wäscht teurer als eine passende kleine.
Nur die Nische messen, nicht den Weg dorthin
Treppenhaus, Türrahmen und Kurven mitmessen und die Gerätetiefe inklusive Schläuchen und geöffneter Tür rechnen. Ein 80-Kilogramm-Gerät lässt sich nicht eben schnell umtragen.
Auf Aquastop verzichten, um 30 Euro zu sparen
In Wohnung und Obergeschoss den Wasserschutz zur Grundausstattung zählen. Der Selbstbehalt einer Leitungswasserversicherung übersteigt den Aufpreis in aller Regel um ein Vielfaches.
Häufige Fragen
Wie viel kg Waschmaschine brauche ich für 2 Personen?
Für zwei Personen genügen in der Regel 7 bis 8 Kilogramm Nennkapazität. 8 Kilogramm lohnt sich, wenn Bettwäsche oder ein Korb Handtücher regelmäßig in einem Waschgang laufen sollen. Entscheidend ist nicht die Personenzahl allein, sondern wie oft sperrige Ladungen anfallen.
Was ist wichtiger: Energieeffizienzklasse oder Stromverbrauch in kWh?
Beides zusammen. Die Effizienzklasse ist auf die Nennkapazität normiert und vergleicht deshalb gleich große Trommeln miteinander; der Wert in Kilowattstunden je 100 Zyklen ist der absolute Verbrauch und damit die Zahl, die auf der Stromrechnung landet. Wer nur die Klasse liest, übersieht, dass eine große Maschine derselben Klasse mehr Strom je Waschgang zieht.
Reichen 1200 Umdrehungen, oder lohnen sich 1600?
Die Umdrehungszahl ist der falsche Vergleichsmaßstab, weil sie auf keinem Energielabel steht und das Ergebnis nicht beschreibt. Maßgeblich ist die Schleuderwirkungsklasse: Klasse A bedeutet weniger als 45 Prozent Restfeuchte, Klasse B unter 54 Prozent, Klasse C unter 63 Prozent. Wer keinen Trockner nutzt, gewinnt durch eine bessere Klasse vor allem kürzere Trockenzeit auf dem Ständer, keine Geldersparnis.
Warum dauert das Eco-Programm über drei Stunden?
Weil Sparsamkeit über Zeit erkauft wird: Das Programm Eco 40-60 wäscht bei niedriger Temperatur und lässt das Waschmittel lange einwirken, statt Wasser stark aufzuheizen. Genau darauf beruhen sämtliche Angaben des Energielabels. Kurzprogramme sparen Zeit, aber selten Energie, weil die Aufheizphase bleibt.
Wie viel kostet eine Waschmaschine im Jahr an Strom und Wasser?
Das lässt sich aus den Label-Werten rechnen: kWh je 100 Zyklen geteilt durch 100, mal Waschgänge im Jahr, mal Strompreis. Bei 150 Waschgängen, 45 kWh je 100 Zyklen und 0,35 Euro je Kilowattstunde sind das rund 24 Euro Strom im Jahr; 150 Waschgänge zu 50 Litern ergeben 7.500 Liter, bei etwa fünf Euro je Kubikmeter rund 38 Euro Wasser. Die Größenordnung liegt damit meist bei 50 bis 80 Euro im Jahr.
Wie lange bekomme ich Ersatzteile für meine Waschmaschine?
Nach der Ökodesign-Verordnung (EU) 2019/2023 müssen Hersteller ab dem Inverkehrbringen des letzten Exemplars eines Modells zehn Jahre lang Ersatzteile bereitstellen — unter anderem Motor, Pumpe, Trommel, Leiterplatten und Schalter — und binnen 15 Arbeitstagen liefern. Reparaturanleitungen und Fehlercodes müssen ebenfalls verfügbar sein.
Frontlader oder Toplader — was ist besser?
Es ist eine Platzfrage, keine Qualitätsfrage. Frontlader mit 60 Zentimetern Breite haben die größte Auswahl, sind unterbaufähig und bieten meist die besseren Label-Werte je Euro, brauchen aber Schwenkraum für die Tür. Toplader passen in sehr enge Stellflächen und werden ohne Bücken beladen, sind dafür nicht unterbaufähig und meist kleiner.
Und jetzt konkret: welches Gerät?
Im Waschmaschinen-Vergleich stehen 11 Geräte mit genau den Werten, um die es oben ging — jeder Wert mit Quelle, jedes Gewicht offengelegt, fehlende Herstellerangaben sichtbar als „k. A.“ statt still ergänzt. Ein Labortest ist das nicht, und wir nennen es deshalb Vergleichssieger, nicht Testsieger.
Waschmaschinen im Vergleich ansehen →Quellen
- Verordnung (EU) 2019/2014 — Energieverbrauchskennzeichnung von Haushaltswaschmaschinen (EUR-Lex)
- Verordnung (EU) 2019/2023 — Ökodesign-Anforderungen an Haushaltswaschmaschinen (EUR-Lex)
- Umweltbundesamt: Waschmaschinen und Waschtrockner — Energieverbrauchskennzeichnung
- EPREL — Europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung
Angaben nach bestem Wissen zum 5. August 2026. Wer einen Fehler findet, darf uns das über das Feld im Seitenfuß sagen — wir korrigieren und schreiben das Datum neu.
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