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Warmwasser-Wärmepumpe kaufen: welche Angabe wirklich zählt

Ratgeber · zuletzt geprüft am · Lesezeit rund 13 Minuten

Über eine Warmwasser-Wärmepumpe entscheiden drei Dinge: ob der Aufstellraum genug Luft hergibt, ob das Lastprofil zum Haushalt passt und wie laut die Maschine im Keller ist. Der Wirkungsgrad ist die wichtigste Zahl im Datenblatt — aber nur dann, wenn daneben steht, für welches Lastprofil und aus welcher Wärmequelle er gemessen wurde.

Kurz gesagt

Der Warmwasser-Wirkungsgrad einer Wärmepumpe gilt immer nur für ein bestimmtes Lastprofil und eine bestimmte Wärmequelle. Nach Anhang VII Tabelle 6 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013 wird bei Innenluft mit 20 Grad geprüft, bei Außenluft dagegen mit 7 Grad im durchschnittlichen Klima. Zwei Prozentzahlen ohne diese beiden Angaben lassen sich nicht miteinander vergleichen.

  • Der Aufstellraum ist die eigentliche Kaufentscheidung. Stiebel Eltron nennt in seinem Planungshandbuch für den Umluftbetrieb ein Mindest-Aufstellraumvolumen von 13 Kubikmetern bei 550 Kubikmetern Luftdurchsatz je Stunde — das Gerät wälzt einen solchen Raum also vielfach in der Stunde um und kühlt ihn dabei ab.
  • Wirkungsgrade sind nur innerhalb desselben Lastprofils vergleichbar. Profil L unterstellt eine Referenz-Zapfenergie von 11,655 Kilowattstunden am Tag, Profil M nur 5,845 — grob der Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Haushalt.
  • Das Energielabel unterscheidet in dieser Gerätegruppe fast nichts: Die Klasse A+ umfasst bei Lastprofil L jeden Wirkungsgrad von 115 bis unter 150 Prozent, und die Etikettskala für Warmwasserbereiter mit Wärmepumpe endet nach oben ohnehin bei A+.
  • Auf dem Etikett steht der Schallleistungspegel, im Prospekt oft der Schalldruck in einem Meter Abstand. Das sind verschiedene Größen, und die Schallleistung ist die höhere von beiden.
  • Eine Warmwasser-Wärmepumpe allein wird nicht gefördert. Nach der technischen FAQ-Liste zur BEG EM ist sie nur zusammen mit einem förderfähigen Wärmeerzeuger mitförderfähig — und nur, wenn sie keine Raumluft aus beheizten Zonen als Wärmequelle nutzt.
Schon entschieden? Warmwasser-Wärmepumpen im Punktevergleich11 Geräte, offengelegte Gewichte, Quelle je Wert — kein Labortest

Reicht Dein Keller als Wärmequelle?

Eine Warmwasser-Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie holt sie aus der Luft des Aufstellraums und schiebt sie ins Wasser. Damit ist der Raum kein Abstellplatz, sondern ein Bauteil der Anlage. Genau deshalb steht in jedem Datenblatt ein Mindestvolumen: Stiebel Eltron nennt im Planungshandbuch für den Umluftbetrieb bei normalem häuslichem Gebrauch 13 Kubikmeter, bei einem Luftdurchsatz von 550 Kubikmetern in der Stunde.

Ist der Raum kleiner oder zu dicht, kühlt er schneller ab, als Wärme durch Wände, Decke und undichte Stellen nachströmt. Die angesaugte Luft wird kälter, der Wirkungsgrad sinkt — und irgendwann unterschreitet die Temperatur die Einsatzgrenze des Geräts. Stiebel Eltron gibt sie für seine Umluftgeräte mit +6 bis +42 Grad an. Darunter arbeitet die Wärmepumpe nicht mehr, und der elektrische Heizstab übernimmt. Der macht aus einer Kilowattstunde Strom wieder nur eine Kilowattstunde Wärme; die ganze Rechnung, wegen der man das Gerät gekauft hat, ist an dieser Stelle vorbei.

Was der Aufstellraum leisten muss
GrößeWas im Datenblatt stehtWarum sie zählt
Mindestraumvolumenbei Stiebel Eltron 13 m³ für den UmluftbetriebZu wenig Luft heißt: Der Raum kühlt schneller aus, als Wärme nachströmt.
Luftdurchsatz550 m³/h im Umluftbetrieb, 350 m³/h bei kanalfähigen GerätenSagt, wie oft die Raumluft je Stunde durch das Gerät läuft — und wie schnell der Raum reagiert.
Einsatzgrenze der Wärmequelle+6 bis +42 °C bei den Umluftgeräten des HerstellersDarunter schaltet die Wärmepumpe ab und der Heizstab übernimmt.
Beheizt oder unbeheiztsteht in keinem DatenblattIn einem beheizten Raum zahlt die Heizung genau das, was die Wärmepumpe spart.
DeckenhöheHerstellerangabe je BaureiheFür niedrige Altbaukeller gibt es eigene Bauformen — nicht jedes Gerät passt unter jede Kellerdecke.

Zahlen aus dem Planungshandbuch Warmwasser-Wärmepumpen von Stiebel Eltron. Andere Hersteller nennen andere Mindestwerte — die Zahl gehört vor dem Kauf aus dem Datenblatt des konkreten Geräts gelesen, nicht aus einer Faustregel.

Welche Geräte wie viel Strom im Jahr ziehen und wie laut sie dabei sind, steht in der Tabelle — zum Warmwasser-Wärmepumpen-Vergleich →

Warum zwei Prozentzahlen oft nichts miteinander zu tun haben

Der Warmwasser-Wirkungsgrad, im Datenblatt meist als ηwh geführt, wird nach der Norm DIN EN 16147 ermittelt — Prüfungen, Leistungsbemessung und Anforderungen an die Kennzeichnung von Geräten zum Erwärmen von Brauchwarmwasser. Gemessen wird nicht in einem Betriebspunkt, sondern über einen kompletten Zapfzyklus von 24 Stunden. Deshalb stecken in der Zahl auch die Verluste, die der Speicher in dieser Zeit über seine Oberfläche abgibt.

Die Bedingungen dieser Prüfung legt Anhang VII Tabelle 6 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013 fest, und dort steckt die Falle: Die Temperatur der Wärmequelle ist je nach Bauart eine völlig andere. Ein Gerät, das seine Wärme aus dem Keller holt, wird mit 20 Grad Innenluft geprüft. Ein Gerät, das Außenluft ansaugt, wird im durchschnittlichen Klima mit 7 Grad geprüft. Je wärmer die angesaugte Luft, desto weniger Arbeit muss der Verdichter leisten — der gemessene Wert fällt entsprechend besser aus.

Wer also einen Innenluft-Wirkungsgrad neben einen Außenluft-Wirkungsgrad legt, vergleicht nicht zwei Geräte, sondern zwei Prüfbedingungen. Und noch etwas gehört dazu: Der Wert hängt am Lastprofil. Dieselbe Maschine erreicht in einem kleineren Zapfprofil andere Prozentwerte, weil die Bereitschaftsverluste sich dann auf weniger gezapfte Energie verteilen.

Bei welcher Temperatur geprüft wird
WärmequelleKlimaverhältnisseTemperatur der Quelle
Außenluftdurchschnittlich+7 °C
Außenluftkälter+2 °C
Außenluftwärmer+14 °C
Innenluftentfällt+20 °C
Abluftentfällt+20 °C
Solealle0 °C Einlass / -3 °C Auslass
Wasseralle+10 °C Einlass / +7 °C Auslass

Trockentemperaturen der Norm-Nennbedingungen nach Anhang VII Tabelle 6 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013; die zugehörigen Feuchttemperaturen stehen dort in Klammern daneben. Ein Wirkungsgrad ohne Angabe der Wärmequelle ist keine vergleichbare Zahl.

Was die Klasse A+ auf diesen Geräten verschweigt

Anhang II Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013 ordnet jedem Lastprofil eigene Klassengrenzen zu. Bei Lastprofil L reicht die Klasse A+ von 115 bis unter 150 Prozent. Das sind 35 Prozentpunkte Spannweite innerhalb eines einzigen Buchstabens — bei sonst gleichem Zapfprofil bedeutet das grob ein Drittel Unterschied beim Stromverbrauch, ohne dass sich am Etikett irgendetwas ändert.

Nach oben ist die Skala zusätzlich gedeckelt. Anhang III Nummer 1.2.3 beschreibt das seit dem 26. September 2017 vorgeschriebene gedruckte Etikett für Warmwasserbereiter mit Wärmepumpe — und es umfasst die Klassen A+ bis F. Im EU-Register EPREL ist das entsprechend hinterlegt: Auch ein Gerät, dessen Wirkungsgrad nach Tabelle 1 in die Klasse A++ fiele, wird dort mit A+ geführt und mit der Skala A+ bis F abgebildet.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Wer im Angebot A+ liest, hat keine Information gewonnen — die Prozentzahl daneben ist die Information. Zweitens: Man findet dasselbe Gerät im Handel gelegentlich mit zwei verschiedenen Klassen ausgezeichnet, weil manche Händler die Klasse nach Tabelle 1 angeben und andere die Klasse vom Etikett. Beides ist nachvollziehbar, aber nur der Wirkungsgrad ist eindeutig.

Angaben, die nach viel klingen und wenig sagen

  • Ein COP-Wert ohne Bedingungen. Er steht auf keinem Etikett. Ohne Lastprofil und Ansaugtemperatur beschreibt er einen Prüfpunkt, den man nicht wiederfindet.
  • Das Speichervolumen als Effizienzmerkmal. Liter sagen nichts über den Wirkungsgrad — und im EU-Register für Warmwasserbereiter steht das Volumen nicht einmal.
  • Die Anschlussleistung in Watt. Sie beschreibt, was das Gerät im Betrieb zieht, nicht wie viel Wärme dabei herauskommt. Genau dieses Verhältnis ist der Wirkungsgrad.
Klassengrenzen bei Lastprofil L
Klasse nach Anhang II Tabelle 1WirkungsgradAuf dem Etikett für Wärmepumpen-Geräte
A+++188 % und mehrüber der Skala
A++150 bis unter 188 %über der Skala
A+115 bis unter 150 %oberste Stufe
A75 bis unter 115 %abgebildet
B50 bis unter 75 %abgebildet
C37 bis unter 50 %abgebildet
D34 bis unter 37 %abgebildet
E30 bis unter 34 %abgebildet
F27 bis unter 30 %unterste Stufe

Grenzwerte nach Anhang II Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013, gültig ausschließlich für das Lastprofil L — bei M, XL und XXL liegen sie anders. Die Etikettskala A+ bis F für Warmwasserbereiter mit Wärmepumpe steht in Anhang III Nummer 1.2.3.

Wie weit die Wirkungsgrade bei gleichem Etikett auseinanderliegen, zeigt unsere Übersicht — zum Warmwasser-Wärmepumpen-Vergleich →

Welches Lastprofil und welche Speichergröße passen zu Deinem Haushalt?

Das Lastprofil ist ein genormtes Zapfmuster — eine feste Abfolge von Entnahmen über den Tag, für die das Gerät geprüft wird. Anhang VII Tabelle 3 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013 hinterlegt zu jedem Profil eine Referenz-Zapfenergie: Profil M steht für 5,845 Kilowattstunden am Tag, Profil L für 11,655 und Profil XL für 19,070. Zwischen M und L verdoppelt sich die unterstellte Tagesmenge also beinahe.

Eine amtliche Umrechnung in Personenzahlen gibt es nicht — die liefern die Hersteller. Stiebel Eltron nennt im Planungshandbuch für einen Speicher mit 220 Litern Nenninhalt eine empfohlene Nutzeranzahl von bis zu vier Personen, für die Geräte um 300 Liter bis zu sechs. Solche Angaben schwanken zwischen Herstellern, weil sie unterschiedliche Duschgewohnheiten unterstellen. Als Orientierung taugen sie, als Beweis nicht.

Lastprofile und was sie unterstellen
LastprofilReferenz-Zapfenergie am TagWofür es in der Praxis steht
M5,845 kWhkleinerer Haushalt, entsprechend kleineres Gerät
L11,655 kWhder Normalfall bei Speichern um 200 Liter
XL19,070 kWhgroßer Haushalt oder hoher Bedarf
XXL24,530 kWhim Einfamilienhaus selten

Referenz-Zapfenergie nach Anhang VII Tabelle 3 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013. Die Zuordnung zu Personenzahlen steht in keiner Verordnung — sie ist eine Herstellerangabe.

Alle Geräte unseres Vergleichs tragen dasselbe Lastprofil L und sind damit untereinander vergleichbar — zum Warmwasser-Wärmepumpen-Vergleich →

Wie laut darf es im Keller unter dem Schlafzimmer sein?

Auf dem Etikett steht nach Anhang III der Verordnung (EU) Nr. 812/2013 der Schallleistungspegel in Innenräumen in Dezibel. In Prospekten findet man dagegen häufig einen Schalldruck in einem Meter Abstand. Der Leitfaden Schall des Bundesverbands Wärmepumpe beschreibt den Unterschied klar: Die Schallleistung ist eine quellentypische Größe, die nur rechnerisch aus Messungen ermittelt werden kann, während der Schalldruck die messtechnische Größe ist und immer von der Entfernung zur Schallquelle abhängt. Die Schallleistung ist dabei die höhere Zahl — ein Gerät wirkt im Prospekt also leiser als in der Vergleichstabelle, ohne dass jemand geflunkert hätte.

Zur Einordnung der Abstände hilft die Rechenregel hinter dem Dezibel: Drei Dezibel mehr entsprechen der doppelten Schallleistung, zehn Dezibel dem Zehnfachen. Die Spanne, die in dieser Gerätegruppe zwischen dem leisesten und dem lautesten Modell liegt, ist deshalb größer, als die Zahlen vermuten lassen.

Welcher Wert im Wohnraum ankommen darf, hängt davon ab, wem die Anlage gehört. Die DIN 4109 nennt für Wohn- und Schlafräume 30 Dezibel und für Unterrichts- und Arbeitsräume 35 Dezibel. Nach dem Leitfaden Schall sind diese Werte für Geräusche aus betriebsfremden Anlagen normativ vorgegeben und für die eigene Anlage lediglich empfohlen. Dieselbe Quelle hält fest, dass die TA Lärm für betriebseigene Anlagen keine Vorgaben liefert. Im Reihen- oder Mehrfamilienhaus ist die Lautstärke damit eine Rechtsfrage, im eigenen Einfamilienhaus eine reine Komfortfrage — die man deswegen nicht weniger ernst nehmen sollte, denn die Maschine läuft täglich mehrere Stunden, oft nachts.

Welcher Wert wo gilt
RegelwerkWert im schutzbedürftigen RaumFür wen
DIN 410930 dB(A) in Wohn- und Schlafräumen, 35 dB(A) in Unterrichts- und Arbeitsräumennormativ bei Anlagen aus einer fremden Wohneinheit, empfohlen bei der eigenen Anlage
VDI 4100, Stufen SStEB I und II35 bzw. 30 dB(A)Schallschutz innerhalb der eigenen Wohneinheit, zwischen den Beteiligten vereinbar
VDI 4100, Stufen SSt I bis III, Mehrfamilienhaus30 / 27 / 24 dB(A)Luftschall aus fremder Gebäudetechnik
VDI 4100, Stufen SSt I bis III, Doppel- und Reihenhaus30 / 25 / 22 dB(A)Luftschall aus fremder Gebäudetechnik
TA Lärmkeine Vorgaben für betriebseigene Anlagenregelt Immissionen im Freien, nicht die eigene Maschine im Keller

Zusammenstellung nach dem Leitfaden Schall des Bundesverbands Wärmepumpe. Wichtig: Das sind Werte für den Schall, der im Wohnraum ankommt — nicht die Schallleistung des Geräts. Zwischen beiden liegen Aufstellung, Decke und Entfernung, und die lassen sich nicht überschlagen.

Umluft, Luftkanal oder Abluft: welche Betriebsart passt?

Im Umluftbetrieb saugt das Gerät Luft aus dem Aufstellraum an und bläst sie abgekühlt in denselben Raum zurück. Das ist der einfachste Fall und der, für den die Mindestraumvolumina gelten. Im Luftkanal- oder Außenluftbetrieb kommt die Luft über Rohre von draußen oder aus einem anderen Raum — der Aufstellraum kühlt dann nicht aus, dafür sinkt die Ansaugtemperatur im Winter deutlich.

Kanäle sind allerdings nicht beliebig lang. Stiebel Eltron nennt für seine kanalfähigen Geräte 350 Kubikmeter Luftdurchsatz je Stunde bei 120 Pascal verfügbarer externer Pressung und eine maximale Kanallänge von 20 Metern bei 160 Millimetern Durchmesser beziehungsweise 40 Metern bei 200 Millimetern — jeweils einschließlich dreier 90-Grad-Bögen. Jeder Meter darüber hinaus und jeder zusätzliche Bogen kostet Volumenstrom, und mit dem Volumenstrom geht die Leistung.

Der Abluftbetrieb nutzt die Fortluft einer Lüftungsanlage, die mit rund 20 Grad und der Feuchte der Wohnräume ankommt. Das ist die energetisch eleganteste Variante, setzt aber eine Lüftungsanlage voraus, die genug liefert. Die Verordnung begrenzt für die Prüfung, wie viel Abluft überhaupt unterstellt werden darf: Bei Lastprofil L sind es nach Anhang VII Tabelle 7 höchstens 190 Kubikmeter je Stunde.

Die drei Betriebsarten im Vergleich
BetriebsartWoher die Luft kommtDer Haken
Umluftaus dem Aufstellraum, gekühlt zurück in denselben RaumDer Raum kühlt aus und wird entfeuchtet; er braucht das Mindestvolumen aus dem Datenblatt.
Luftkanal oder Außenluftvon draußen oder aus einem Nebenraum, über RohreLänge, Durchmesser und Bögen sind begrenzt; im Winter sinkt die Ansaugtemperatur.
Abluftaus der Lüftungsanlage des HausesSetzt eine Lüftungsanlage voraus; für Lastprofil L unterstellt die Verordnung höchstens 190 m³/h.

Kanaldaten aus dem Planungshandbuch Warmwasser-Wärmepumpen von Stiebel Eltron, Abluftmenge nach Anhang VII Tabelle 7 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013. Nicht jedes Gerät beherrscht jede Betriebsart — welche möglich sind, steht in der Ausstattungsübersicht des Herstellers.

Lohnt die Kombination mit einer Photovoltaikanlage?

Der Reiz liegt in einer zeitlichen Eigenschaft: Warmwasser lässt sich billig speichern, Strom nur teuer. Ein Speicher, der mittags mit dem Überschuss vom eigenen Dach aufgeheizt wird, verschiebt Verbrauch in die Erzeugung, ohne dass eine Batterie gekauft werden muss. Für Haushalte mit Solaranlage ist das der stärkste Hebel dieser Gerätegruppe.

Nur setzt es voraus, dass das Gerät den Überschuss überhaupt erkennt — und genau diese Fähigkeit steht in keinem Register. Die Verordnung (EU) Nr. 812/2013 verlangt für Warmwasserbereiter Wirkungsgrad, Jahresverbrauch und Schallleistungspegel; eine Schnittstelle zur Photovoltaik gehört nicht zu den Pflichtangaben. Wer darauf Wert legt, muss vor dem Kauf beim Hersteller nachsehen, nicht im Datenblattauszug des Händlers.

Eine Grenze nach oben gibt es außerdem: Stiebel Eltron nennt für den reinen Wärmepumpenbetrieb maximal 65 Grad Warmwassertemperatur bei zulässigen 70 Grad im Speicher. Überschussstrom lässt sich also nicht beliebig in den Speicher schieben — irgendwann ist er warm, und der Rest geht wieder ins Netz.

Wird eine Warmwasser-Wärmepumpe gefördert?

Für sich allein: nein. Die Liste der technischen FAQ zur Bundesförderung für effiziente Gebäude, Version 7.0 vom Juni 2026, hält unter Nummer 8.20 fest, dass Brauchwasserwärmepumpen mit der Installation eines förderfähigen Wärmeerzeugers oder dem Anschluss an ein Wärme- beziehungsweise Gebäudenetz mitförderfähig sind — sofern sie als Wärmequelle keine Raumluft aus thermisch konditionierten Zonen nutzen. Weiter heißt es dort, dass darüber hinaus keine technischen Mindestanforderungen an die Brauchwasserwärmepumpe bestehen.

Daraus folgen drei praktische Dinge. Wer nur den alten Elektrospeicher gegen eine Wärmepumpe tauscht, muss die Anschaffung selbst tragen; sie trägt sich über die Betriebskosten, nicht über einen Zuschuss. Wer ohnehin die Heizung erneuert oder ans Wärmenetz geht, sollte die Warmwasser-Wärmepumpe im selben Vorhaben mitbeantragen, statt sie ein Jahr später einzeln zu kaufen. Und die Förderbedingung ist wortgleich mit der technischen Empfehlung aus dem ersten Abschnitt: Ein beheizter Aufstellraum ist nicht nur ineffizient, er kostet auch den Zuschuss.

Für die konkrete Höhe gilt: Die Sätze der Heizungsförderung wurden in den vergangenen Jahren mehrfach geändert. Verbindlich sind allein die KfW zum Programm Heizungsförderung für Privatpersonen und die technische FAQ-Liste — beide sind unten verlinkt. Wichtig ist auch die Reihenfolge von Antrag und Auftrag; sie steht in denselben Bedingungen und ist vorher billiger nachzulesen als hinterher zu erfahren.

Legionellen: warum die Temperatur nicht beliebig niedrig sein darf

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Zieltemperatur liegt. Das kollidiert mit der Trinkwasserhygiene, denn Legionellen vermehren sich im lauwarmen Bereich. Zwischen beidem muss die Einstellung einen Kompromiss finden — und der ist keine Geschmacksfrage.

Stiebel Eltron formuliert im Planungshandbuch, dass die Temperatur auf mindestens 50 Grad eingestellt werden kann, wenn im Betrieb ein Wasseraustausch des Speicher- und Leitungsinhalts innerhalb von drei Tagen sichergestellt ist und der Betreiber bei der Inbetriebnahme über das mögliche Gesundheitsrisiko informiert wurde. Andernfalls sei eine Solltemperatur von 60 Grad vorzusehen, und Betriebstemperaturen unter 50 Grad seien zu vermeiden.

Für die Kaufentscheidung folgt daraus eine konkrete Zahl, die man suchen sollte: die maximale Warmwassertemperatur im reinen Wärmepumpenbetrieb. Liegt sie bei 65 Grad wie bei den genannten Geräten, erreicht die Wärmepumpe die hygienisch übliche Temperatur aus eigener Kraft. Schafft ein Gerät im Wärmepumpenbetrieb nur deutlich weniger, muss der elektrische Heizstab den Rest erledigen — und der arbeitet ohne den Vorteil, für den die Maschine gekauft wurde. Im EU-Register steht diese Temperatur nicht; sie steht im Datenblatt des Herstellers.

Die häufigsten Fehlkäufe — und was stattdessen hilft

Nach der Energieeffizienzklasse kaufen

Den Wirkungsgrad in Prozent vergleichen. Die Klasse A+ deckt bei Lastprofil L alles von 115 bis unter 150 Prozent ab, und die Etikettskala für Warmwasserbereiter mit Wärmepumpe endet nach oben ohnehin bei A+. Der Buchstabe kann in dieser Gerätegruppe fast nichts unterscheiden.

Wirkungsgrade aus zwei Datenblättern nebeneinanderlegen

Zuerst Lastprofil und Wärmequelle abgleichen. Bei Innenluft wird mit 20 Grad geprüft, bei Außenluft im durchschnittlichen Klima mit 7 Grad. Das sind zwei verschiedene Prüfungen, und ihre Ergebnisse lassen sich nicht gegeneinander rechnen.

Den Aufstellraum erst nach der Bestellung ausmessen

Vorher das Mindestvolumen aus dem Datenblatt lesen — Stiebel Eltron nennt für den Umluftbetrieb 13 Kubikmeter. Ist der Raum kleiner oder sehr dicht, sinkt die Lufttemperatur, und unterhalb der Einsatzgrenze von +6 Grad übernimmt der Heizstab.

Das Gerät in den beheizten Hauswirtschaftsraum stellen

Einen unbeheizten Raum wählen. Sonst entnimmt die Wärmepumpe genau die Wärme, für die die Heizung schon bezahlt hat — und die Förderung entfällt, weil die BEG EM Raumluft aus thermisch konditionierten Zonen als Wärmequelle ausschließt.

Den Schalldruck aus dem Prospekt mit der Schallleistung aus einer Tabelle vergleichen

Nur gleiche Größen nebeneinanderlegen. Auf dem Etikett steht der Schallleistungspegel; der Schalldruck im Prospekt gilt für einen bestimmten Abstand und ist die kleinere Zahl. Ein Gerät wirkt dadurch leiser, ohne leiser zu sein.

Den Speicher eine Nummer größer nehmen, um sicherzugehen

Am Lastprofil ausrichten. Zwischen Profil M und L verdoppelt sich die unterstellte Zapfmenge beinahe — 5,845 gegenüber 11,655 Kilowattstunden am Tag. Die Warmhalteverluste des größeren Speichers laufen dabei rund um die Uhr mit, auch für Wasser, das nie entnommen wird.

Häufige Fragen

Wie groß muss der Raum für eine Warmwasser-Wärmepumpe sein?

Das steht im Datenblatt des konkreten Geräts und unterscheidet sich zwischen Herstellern. Stiebel Eltron nennt in seinem Planungshandbuch für den Umluftbetrieb bei normalem häuslichem Gebrauch ein Mindest-Aufstellraumvolumen von 13 Kubikmetern, bei 550 Kubikmetern Luftdurchsatz je Stunde. Wichtiger als die reine Zahl ist, dass der Raum unbeheizt ist und ganzjährig über der Einsatzgrenze der Wärmequelle bleibt — bei den Umluftgeräten dieses Herstellers +6 Grad.

Wie kann der Wirkungsgrad über 100 Prozent liegen?

Weil eine Wärmepumpe Wärme nicht erzeugt, sondern verschiebt. Sie entzieht der Luft Wärme und hebt sie mit Hilfe von Strom auf Warmwassertemperatur. Bezogen auf den eingesetzten Strom kommen dabei mehrere Kilowattstunden Wärme heraus, rechnerisch also deutlich über hundert Prozent. Ein Rechenfehler ist das nicht — es ist die Kennzahl, die die Verordnung für diese Gerätegruppe vorschreibt.

Bei welcher Temperatur wird der Wirkungsgrad gemessen?

Das hängt von der Wärmequelle ab und steht in Anhang VII Tabelle 6 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013. Bei Innenluft wird mit 20 Grad geprüft, bei Abluft ebenfalls mit 20 Grad, bei Außenluft mit 7 Grad im durchschnittlichen Klima, mit 2 Grad im kälteren und mit 14 Grad im wärmeren. Deshalb ist ein Wirkungsgrad ohne Angabe der Wärmequelle keine vergleichbare Zahl — und deshalb sehen Innenluftgeräte auf dem Papier besser aus als Außenluftgeräte.

Alle Geräte tragen A+ — woran erkenne ich dann das bessere?

Am Wirkungsgrad in Prozent, nicht am Buchstaben. Die Klasse A+ umfasst bei Lastprofil L nach Anhang II Tabelle 1 der Verordnung (EU) Nr. 812/2013 alles von 115 bis unter 150 Prozent, und das gedruckte Etikett für Warmwasserbereiter mit Wärmepumpe reicht nach Anhang III Nummer 1.2.3 nur von A+ bis F. Ein Gerät kann also erheblich besser sein, als der Buchstabe zeigt — und ein anderes erheblich schlechter, bei identischem Etikett.

Welches Lastprofil brauche ich für vier Personen?

In der Praxis ist Profil L der Normalfall für Haushalte dieser Größe, und Geräte um 200 Liter tragen es üblicherweise. Eine amtliche Umrechnung von Personen in Lastprofile gibt es allerdings nicht — die Verordnung definiert nur die Zapfmuster selbst, für Profil L eine Referenz-Zapfenergie von 11,655 Kilowattstunden am Tag. Die Übersetzung in Personenzahlen kommt vom Hersteller: Stiebel Eltron nennt für einen 220-Liter-Speicher bis zu vier Nutzer, für rund 300 Liter bis zu sechs.

Wie laut darf eine Warmwasser-Wärmepumpe im Keller sein?

Das hängt davon ab, wer sie betreibt. Die DIN 4109 nennt für Wohn- und Schlafräume 30 Dezibel; nach dem Leitfaden Schall des Bundesverbands Wärmepumpe ist dieser Wert bei Anlagen aus einer fremden Wohneinheit normativ vorgegeben und bei der eigenen Anlage lediglich empfohlen. Für betriebseigene Anlagen macht auch die TA Lärm keine Vorgaben. Im Reihen- oder Mehrfamilienhaus ist es damit eine Rechtsfrage, im eigenen Haus eine Komfortfrage. Zu beachten: Der Wert auf dem Etikett ist die Schallleistung des Geräts, nicht der Schall, der oben im Zimmer ankommt.

Wird eine Warmwasser-Wärmepumpe gefördert?

Allein nicht. Nach Nummer 8.20 der technischen FAQ-Liste zur Bundesförderung für effiziente Gebäude, Version 7.0 vom Juni 2026, sind Brauchwasserwärmepumpen nur zusammen mit der Installation eines förderfähigen Wärmeerzeugers oder dem Anschluss an ein Wärme- beziehungsweise Gebäudenetz mitförderfähig — und auch dann nur, wenn sie als Wärmequelle keine Raumluft aus thermisch konditionierten Zonen nutzen. Weitere technische Mindestanforderungen bestehen laut derselben Quelle nicht. Die aktuellen Fördersätze stehen bei der KfW; wir nennen hier bewusst keine Zahl, weil sie sich mehrfach geändert hat.

Kann ich das Gerät mit meiner Photovoltaikanlage kombinieren?

Technisch ja, und wirtschaftlich ist es die interessanteste Kombination — ein Warmwasserspeicher, der mittags mit Überschussstrom geladen wird, ersetzt in seiner Wirkung ein Stück Batterie. Nötig ist eine Ansteuerung, die den Überschuss erkennt, etwa über einen potentialfreien Kontakt oder eine Anbindung an den Wechselrichter. Diese Fähigkeit gehört nicht zu den Pflichtangaben der Verordnung (EU) Nr. 812/2013 und steht deshalb nicht im EU-Register — sie muss vor dem Kauf beim Hersteller erfragt werden.

Und jetzt konkret: welches Gerät?

Im Warmwasser-Wärmepumpen-Vergleich stehen 11 Geräte mit genau den Werten, um die es oben ging — jeder Wert mit Quelle, jedes Gewicht offengelegt, fehlende Herstellerangaben sichtbar als „k. A.“ statt still ergänzt. Ein Labortest ist das nicht, und wir nennen es deshalb Vergleichssieger, nicht Testsieger.

Warmwasser-Wärmepumpen im Vergleich ansehen →

Quellen

Angaben nach bestem Wissen zum 20. August 2026. Wer einen Fehler findet, darf uns das über das Feld im Seitenfuß sagen — wir korrigieren und schreiben das Datum neu.

Unabhängigkeit: Dieser Ratgeber enthält keine Kauflinks. Verdient wird auf der verlinkten Vergleichsseite über gekennzeichnete Partnerlinks (§ 5a Abs. 4 UWG) — an der Reihenfolge dort ändern sie nichts, sie folgt dem offengelegten Punktesystem.